Covid-19 Pandemie - AoG Österreich unterstützte die NGO 'OSV-Togo' im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus

Die NGO OSV-Togo (Organisation pour la Santé et la Vie) ist seit 2002 im westafrikanischen Togo in der Stadt Kpalimé aktiv. Neben Zielen im Bereich Umweltschutz, Bildung, Infrastruktur und Trinkwasserversorgung verfolgt die NGO die medizinische Grundversorgung für alle. Ihre wichtigste Einrichtung ist das sozialmedizinische Zentrum Solidarité. Es bietet basale medizinische Versorgung (z.B. Geburtenstation, Versorgung von Müttern und Kindern, ärztliche Konsultation, kleine operative Eingriffe, Bettenstation, Labor, Apotheke) auch für Menschen, die in Armut leben: Sie werden gratis oder auf Kredit behandelt. Das ist darum wesentlich, da nur ein kleiner Teil der Bevölkerung krankenversichert ist.

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Das Projekt PAL-COVID-19 ist ein Beitrag der OSV zu den globalen Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 in Togo. Togo hat zum Zeitpunkt Ende Juli 2020 853 bestätigte Krankheits- und 17 Todesfälle infolge von Covid-19. Während es sich um eine ansteckende Krankheit handelt, die weltweit bereits zu zahlreichen Todesfällen geführt hat, setzt ein Teil der Bevölkerung entsprechende Schutzmaßnahmen nicht um. Das ist zum Teil dadurch zu erklären, dass im Kontext von Armut für die Betroffenen die Frage des täglichen Überlebens im Mittelpunkt steht. Umso wichtiger zur Prävention von Covid-19 sind daher Information und Unterstützung bei der Umsetzung von Maßnahmen. Die Ziele des Projektes waren vor diesem Hintergrund die Information über Ansteckungsrisiken und Präventionsmöglichkeiten sowie die Ausstattung mit entsprechendem Material in verschiedenen Gemeinden der Präfekturen Kloto, Kpélé und Agou, die sich in der westlichen Plateau-Region befinden. Die Zielpopulation umfasst etwa 20.000 Personen.

Zu Projektstart wurden 150 Folder und Aufkleber gedruckt wie auch 50 Präventionssets zusammengestellt. Diese Sets enthalten einen Informationsfolder zum richtigen Händewaschen, Masken, Handschuhe, Desinfektionsmittel und Flüssigseife. Fünf ModeratorInnen wurden für die Durchführung der Informationsveranstaltungen und die Verteilung der Präventionssets in den Gemeinden eingeschult. Das Einverständnis für die Veranstaltungen wurde bei den lokalen Autoritäten eingeholt und die Termine vereinbart. Der Hauptkoordinator des Projektes war Togbe Koffi Mawuli.

Das Team der ModeratorInnen suchte daraufhin im April und Mai mit einem Mini- Caravan, der mit Lautsprechern und Bannern ausgestattetet war, strategische Orte in den Gemeinden auf, wie zum Beispiel Marktplätze. Dort wurde die Bevölkerung im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen über das Virus, die Risiken einer Ansteckung und die Wichtigkeit der Hygienemaßnahmen und deren richtige Umsetzung informiert: Abstandhalten, das Tragen der Masken, richtiges Händewaschen, in die Armbeuge niesen. Maßnahmen wie das richtige Aufsetzen und Abnehmen der Masken wurden vorgezeigt. Schließlich wurden vor Ort die Vorrichtungen zum Händewaschen aufstellt und die Präventionssets überreicht.

Diese Veranstaltungen wurden an jedem Ort fünf Mal wiederholt und insgesamt 50 Mal durchgeführt. Die anwesende Bevölkerung wurde dazu motiviert, diese Informationen an die nicht anwesenden EinwohnerInnen in ihrer Gemeinde weiter zu geben und die Herstellung von selbst geschneiderten Masken als Mund-Nasen- Schutz wurde empfohlen.

Projektergebnisse

  

In den Gemeinden wurde das Bewusstsein um die Pandemie bei den unterschiedlichsten AkteurInnen gestärkt. Dabei wurde angeregt, ähnliche Sensibilisierungsmaßnahmen durchzuführen und die Prävention von Krankheiten voranzutreiben, die durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion (durch „schmutzige Hände“) übertragen werden.

Es zeigt sich, dass das Tragen von Masken und das Abstandhalten von der Bevölkerung eingehalten werden, aber momentan noch nicht zu 100%.

Es wurde beobachtet, dass in der Projektregion das Risiko von Neuansteckungen reduziert werden konnte. Während es über einhundert Verdachtsfälle gab, wurden mit Anfang Juni nur sechs Personen positiv auf das Virus getestet, die alle aus umliegenden Gemeinden kommen.

Projektfinanzierung

Die Kosten des Projektes beliefen sich auf 3.223 Euro. Damit wurde das Budget um 13% überschritten, denn nach dem Ausbruch der Pandemie stiegen in Togo die Preise für Desinfektionsmittel und Schutzmaterial. Apotheker ohne Grenzen Österreich hat das Projekt mit 1.500 Euro, weitere SpenderInnen aus Österreich haben es mit insgesamt 1.000 Euro unterstützt und der Rest wurde von der OSV finanziert.